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Was mich bewegt

Tagtäglich setze ich mich mit den Themen Familienunternehmen, Nachfolge und Erben auseinander. Dabei begegnen mir oft spannende Artikel, neue Perspektiven und verblüffende Neuigkeiten. Die interessanten Informationen habe ich für Sie zusammengestellt.

ERBSCHAFTSSTEUER

Die Erbschaftssteuerreform ist in Kraft getreten. Die neuen Begünstigungs- regelungen für Betriebsvermögen lassen steuerliche Mehrbelastungen und Büro-kratieaufwand insbesondere für große Familien­unternehmen erwarten. Angesichts dieser Änderungen erfolgten bis Ende 2016 50 % mehr Übertragungen an die nächste Generation als in den Vorjahren.


↑ „Unternehmensnachfolge: Übertragung eines Lebenswerks im Lichte der Erbschaftsteuerreform“ (von Rödl & Partner)


GERECHTIGKEIT

Viele Erblasser treibt die Frage um: Wem vermache ich was? Der Wunsch nach Gerechtigkeit ist groß, die Umsetzung oft umso schwieriger. Letztendlich gibt es meist keine einzige gerechte Lösung, dafür aber viele Vorstellungen von Gerechtigkeit. 


↑ Ist eine Gleichbehandlung aller Erben klug und gerecht? – Das Ziegenparadigma, Prof. Christian Fischer von der Friedrich-Schiller Universität Jena  

TABUTHEMA ERBEN

Erben ist nach wie vor unser liebstes Tabuthema: Jeder zweite Deutsche würde sich am liebsten gar nicht damit beschäftigen und Dreiviertel der Bevölkerung empfinden das Erbrecht als kompliziert. Der gleiche Anteilwünscht sich aber, Streit bei der Abwicklung des Erbfalls zu vermeiden. Die Zahlen machen deutlich, wie wichtig es ist, frühzeitig miteinander zu reden!


↑ Studie „Erben und Vererben“ im Auftrag der Deutschen Bank, 2015  


KOMMUNIKATION

Eine gute und ehrliche Kommunikation innerhalb der Familie ist am wichtigsten. Doch was so einfach und selbstverständlich klingt, ist in der Realität einer Unternehmerfamilie harte Arbeit.

Wie leicht es ist, sich misszuverstehen, zeigt das Sender-Empfänger-Modell von Shannon und Weaver.

FRAUEN IN DER NACHFOLGE

In Familienunternehmen gibt es immer mehr Nachfolgerinnen – und sie treten selbstbewusst auf. Frauen in der Nachfolge sind heute gleichberechtigte, gut qualifizierte Akteurinnen und sichtbare Vorbilder. Doch mit der weiblichen Nachfolge sind neue Herausforderungen entstanden, die ein Umdenken von allen erfordern: Wir müssen gewohnte Erwartungs- und Verhaltensmuster in Frage stellen.

↑ Weibliche Nachfolge – Ausnahmeoder Regelfall? Eine Studie zur aktuellen Situation im Generationswechseldeutscher Familienunternehmen; Dominique Otten-Pappas, Daniela Jäkel-Wurzer, 2017

FAMILIENDYNAMIK

Wünsche und Erwartungen der Eltern können die Rollenverteilung unter Geschwistern beeinflussen. Die Kinder erkennen oft erst viel später, dass sie sich in eine Rolle haben drängen lassen, die ihnen nicht gerecht wird. Die Nachfolge scheitert dann daran, dass sie eben nicht den Erwartungen der Eltern folgen wollen und einen anderen Berufsweg einschlagen.

↑ GEO WISSEN Nr. 54: Die Macht der Familie … und wie wir gelassen damit umgehen
Buchempfehlung: „Du kommst später mal in die Firma!“: psychosoziale Dynamik von Familien-Unternehmen von Thomas Siefer, Carl-Auer-Systeme, Verlag und Verlag-Buchh., 1996, ISBN: 9783931574321

UNGEKLÄRTE NACHFOLGE

Jedes vierte Unternehmen wird ohne jegliche Vorbereitung übergeben – mit dramatischen Auswirkungen auf Gesundheit und Zukunft der Unternehmen. Zehn Prozent der Insolvenzen sind auf schlechte Vorbereitung in der Übergabe zurückzuführen. Autor Bruhn Hagen Hennerkes listet zehn typische Problemstellungen beim Generationenwechsel auf, unter anderem die Furcht vor der Kommunikation.

↑ Studie „Unternehmensnachfolgen in Deutschland 2010 bis 2014“, Hauser, H.-E.; Kay, R.; Boerger, S. (2010)
Buchtipp: „Die Familie und Ihr Unternehmen“ von Hagen Hennerkes und Rainer Kirchdörfer, Campus Verlag, 2015, ISBN: 9783593502663